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Donnerstag, 27. September 2018

13 Things to be done with Excellence - HALTERING AND UNHALTERING/ HALFTERN UND ABHALFTERN

Bei diesem Post geht es um den zweiten Punkt der dreizehn Dinge, die wir und unsere Pferde solide beherrschen sollten.
Was wir nicht vergessen dürfen ist, dass es durch die 13 Übungen nicht nur diese Übungen exzellent werden, sondern auch viele andere alltägliche Übungen mit unseren Pferden. Die 13 Übungen sind Schlüsselübungen und bestimmen, wie solide unsere Partnerschaft ist.
Gerade die ersten 7 Übungen scheinen belanglos oder anders gesagt, dass man zufrieden sein könnte, wenn sie irgendwie funktionieren. Das sollte uns im Sinne einer Partnerschaft mit unseren Pferden nicht reichen, denn es kann bedeuten, dass die Probleme damit beginnen.

Gerade beim Halftern oder Abhalftern sehe ich oft, dass es Mittel zum Zweck ist, um sein Pferd von A nach B zu bringen, das Halftern also ein notwendiges Übel oder wenigstens ein Detail ist, dem man nicht viel Aufmerksamkeit schenkt; Hauptsache das Halfter ist dran.
Genauso diese Belanglosigkeit vermitteln wir im Moment des Halftern und Abhalftern unseren Pferden. Ich finde es wichtig, zu bedenken, dass das Halftern der Moment sein kann, wo ich mit meinem Pferd pysische Kommunikation beginne. Ich möchte, dass das Pferd gerne zu mir kommt und mir mit seiner Kooperation beim Halftern vermittelt, dass es gerne Zeit mit mir verbringen möchte und mich beim Halftern vielleicht sogar unterstützt indem es den Kopf zu mir dreht, den Kopf senkt und in das Halfter schlüpft. Das wäre doch ein guter Anfang und ein positives Feedback, welche Einstellung mein Pferd gegenüber dem Halftern hat.
Auf der anderen Seite ist es wichtig, dass ich die Zeichen von Kooperation lese und mein Pferd unterstütze, wenn es mit dem Halftern Mühe hat. Partnerschaft bedeutet in diesem Moment für Mensch und Pferd, dem Halftern einen höheren Stellenwert einzuräumen, als die einfache Absicht, das Pferd von A nach B zu bringen. 

Das Gleiche gilt natürlich auch, wenn ich das Halfter öffne, um das Pferd abzuhalftern. Auch hier sind mir physisch gesehen die gleichen Schritt wie beim Halftern wichtig. Wenn mein Pferd aber z.B. nach dem Abhalftern noch bei mir verweilt, anstatt sich sofort umzudrehen und zu seiner Herde zu galoppieren, sagt mir das auch etwas über unsere Beziehung aus.
Auch hier sollte das Abhalftern nicht nur die Idee sein, dass Pferd wegzubringen.

Man kann sich vorstellen, dass die Qualtität des Halfterns und Abhalfterns sich noch auf weitere wichtige Punkte des Alltags auswirkt wie z.B. beim Anbinden.
Ich hoffe, dass der Post inspiriert, das Halftern und Abhalftern mit exzellenz anzugehen. Mehr dazu findet Ihr im Parelli Savvy Club, Level 1 "Haltering with Savvy".

Es lohnt sich, diesem Punkt mehr Aufmerksamkeit zu schenken als Weg zu einer ehrlichen Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd. 

Alegria (16 Monate alte Lusitano Stute) und Klaudia Duif, Lizenzierte 3-Sterne Parelli Instruktorin:


13 Things to be done with Excellence - PICKING UP ALL 4 FEET - HUFE GEBEN

Nummer 3 unserer Dinge, die wir mit unseren Pferden gut können sollten: Das Hufe geben lassen. Auch diese Übung reflektiert, wie partnerschaftlich unsere gemeinsame Beziehung ist. Darüber hinaus sind wir uns wohl alle einig, dass gerade beim Hufe geben lassen wir in einer nicht ganz ungefährlichen Position sind, denn um den Huf aufheben zu können, müssen wir sehr nah an das Pferd ran. Der Aspekt SICHERHEIT ist nicht zu unterschätzen. Jede oder jeder von uns kennt sicher ein Pferd mit einem "schnellen Hinterbein" und Unfälle nicht selten.
Dabei kickt und schlägt ein Pferd oft nicht aus Dominanz.
Wir sollten verstehen, dass Pferdebeine und Pferdehufe nunmal wichtig sind, um zu fliehen. Wenn wir bei einem Fluchttier versuchen, die Hufe aufzuheben, ist das zunächst eine Fluchteinschränkung. Außerdem wissen Fluchttiere instinktiv, dass es lebensbedrohend sein kann, Verletzungen am Bein oder Huf zu haben, denn das schränkt ebenfalls die Flucht ein. Niemand von uns möchte das Pferd am Bein verletzen, aber wir sind nunmal Raubtiere und werden von Fluchttieren als Solche gelesen, auch wenn wir nur die Hufe aufheben möchten.
Deshalb ist es so wichtig, dass Pferde lernen, dass dies ein angenehmer Teil des Alltags ist und keine lebensbedrohende Handlung. Im besten Fall so früh als möglich, damit hier kein unerwünschtes Verhalten geprägt wird, was durch viele Wiederholungen sich beim erwachsenen Tier manifestiert.
Letztendlich helfen uns auch hier die 7 Spiele und in dem Fall entweder eine Kombi aus Friendly Game und Porcupine Game oder aus Friendly Game und Driving Game.
Mein Favorit ist hier die Kombi aus Friendly/ Porcupine Game, denn auch bei der Hufbearbeitung ist es wichtig, dass ich den Huf zwischen die Beine nehmen kann oder auf meinem Oberschenkel stabilisieren kann, um die Hufe zu bearbeiten.
Wer sich zum Ziel macht, dass das Hufe aufheben nicht einfach nur ein notwendiges Übel, sondern eine angenehme Situation für Pferd und Mensch ist, macht es sich, dem Pferd und der Hufbearbeiterin/ dem Hufbearbeiter einfacher und vor allem sicherer; ich kann nur empfehlen, die Zeit dafür zu investieren. Es lohnt sich danach zu streben, dass Pferd und Mensch sich partnerschaftlich verhalten.

Mehr dazu gibt es im Savvy Club oder sprecht Eure Instruktorin oder Euren Instruktor an, wie auch Ihr mit Eurem Pferd aus dieser Übung ein Meisterstück der Sicherheit und der Wellness macht.

Vareto, ein 16 jähriger Lusitano Wallach und das Hufe geben:



Auf diesem Video zeigt Alegria, eine 16 Monate alte Lusitano Stute sehr schön, wie toll das Hufe geben sein kann.





Ich wünsche Euch viel Spass bei der spannenden Aufgabe Hufe geben lassen - 13 Dinge die wir und unsere Pferde auf hohem Qualitätsniveau können sollten.
Eure


Dienstag, 14. August 2018

13 Things to be done with Excellence - CATCHING GAME/ PFERD EINFANGEN

Schon lange schwirrt dieses Projekt in meinem Kopf herum: 13 Things to be done with excellence zu visualisieren. Idealerweise als Kurzvideo.
Immer wieder stelle ich fest, dass diese 13 Elemente Bausteine einer fundierten Ausbildung für Pferd und Mensch sind und so nutze ich diese Bausteine bei Jungpferden genauso wie bei erwachsenen Pferden für den Fall, dass das eine oder andere Element nicht ganz solide ist. 
Sie bilden ein Fundament unserer Beziehung. Diese Bausteine reflektieren letztendlich wie solide die 7 Spiele und auch die Muster mit unseren Pferden sind und helfen uns, nicht einfach nur die 7 Spiele zu üben, sondern diese Spiele durch einen Fokus und einen Zweck auf ein ganz anderes Niveau zu bringen. 
Was ich gelernt habe ist, dass es keine Lücken im Fundament unserer Beziehung gibt, wenn die 13 Bausteine solide sind. 
Spätestens ab Ende Parelli Level 2 sollte klar sein, dass es bei Parelli Natural Horsemanship um mehr geht, als die 7 Spiele zu spielen. Es geht darum eine solide Beziehung zu unseren Pferden aufzubauen. Eine echte Partnerschaft. 
Mir ist klar, dass sich das sehr idealistisch anhört. Nicht vergessen, das ist das Ziel einzelner Etappen und das große Endziel. Es heißt nicht, dass wir dabei nicht zwischendurch immer wieder stolpern. Die Frage ist, was wir machen, wenn wir stolpern.

In diesem Post geht es um den ersten Baustein: DAS CATCHING GAME.
Catching Game bedeutet letztendlich, dass die Pferde uns fangen und nicht wir die Pferde. Wenn mein Pferd immer wieder vor mir weggeht, wenn ich Zeit mit ihm verbringen möchte, anstatt die Zeit mit mir zu teilen, ist das auch kein schönes Feedback für uns. Was können wir tun?
In jedem Fall würde ich mich fragen, warum das so ist. Warum möchte mein Pferd keine Zeit mit mir verbringen? Ich war übrigens selbst schon in einer solchen Situation mit einem meiner Pferde. Das kann sicher einmal passieren. Wenn unsere Pferde allerdings wiederholt keine Zeit mit uns verbringen möchten oder es sogar schwieriger wird, wird es Zeit, die Situation zu überdenken. Denn das kann frustrieren. Es kann der Beginn vieler Probleme sein.

Wenn Pferde mit uns sein möchten, bedeutet das, dass sie denken, dass wir eine/ einer von ihnen sind und sie unsere Führungsqualitäten zu schätzen wissen. Können wir ihnen Vertrauen vermitteln.
Wie wäre es, wenn wir unser Pferd auf der Weide besuchen um es zu massieren, um sie zu streicheln, um forderungsfreie Zeit mit ihnen zu verbringen? Pferde lernen sehr schnell und wenn unser Besuch etwas unkomfortables für unser Pferd bedeutet, werden sie immer schwieriger einzufangen sein. Das ist der Moment, wenn Pferde denken, dass das, was wir tun nicht für, sondern gegen sie ist.
Wir alle möchten sicher ein Beziehung in der Pferde Zeit mit uns verbringen möchten, anstatt Zeit mit uns zu vermeiden. 

Catching Game mit den Privatpferden von Thomas und Klaudia Duif:


Wer mehr zu dem Thema Catching Game wissen möchte, kann Klaudia Duif kontaktieren und findet im Savvy Club mehr Infos und Konzepte. Außerdem gibt es im Shop eine DVD dazu.



Montag, 12. März 2018

Pferdetraining - Beritt - Pferdeausbildung. Vertrauen auf dem Prüfstand.

3-jähriger Trakehner Ludo in der Ausbildung von Klaudia Duif

Pferdeausbildung ist Vertrauenssache


Dennoch kommt es häufig zu Streitigkeiten zwischen PferdebesitzerIn und AusbilderIn kommt. Warum ist das so?

Ich bilde selbst Pferde aus und habe natürlich auch schon die eine oder andere unerfreuliche Situation erlebt. Letztendlich sind es Erfahrungswerte, die man hoffentlich in der Zukunft anpaßt, um sie zu verbessern.

Ich will in diesem Post jetzt nicht darauf eingehen, was alles schief läuft und zu welchen Streitigkeiten es kommt, denn negative Standpunkte zu diesem Thema gibt es genug. Mir wäre es viel wichtiger, wie man die Situation für alle und letztendlich für die Pferde verbessern kann, denn um die geht es schließlich.

Nach meiner Erfahrung kommt es oft zu Missverständnissen. Meiner Meinung nach gibt es keine Missverständnisse, sondern nur eine unzureichende Kommunikation, die Raum für Interpretationen läßt und das halte ich persönlich für das größte Problem.

Deshalb rate ich allen PferdebesitzerInnen und AusbilderInnen, sich die Zeit zu nehmen und folgende Punkte zu klären:

  • Dauer und Häufigkeit der Ausbildung
  • Ausbildungsniveau des Pferdes vor der Ausbildung
  • Wie wird der Ausbildungswerdegang kommuniziert und dazu gehört auch, darüber zu sprechen, wenn es zu Herausforderungen in der Ausbildung kommt, die einen oder mehrere Punkte in der Erreichung schwierig oder unmöglich machen.
  • Preis der Ausbildung
  • Erforderliche Ausrüstung
  • Was ist bei Verletzungen zu tun
Man kann sich vorstellen, dass das letztendlich nur Ausschnitte aus dem sind, was geklärt werden sollte und deshalb nicht komplett ist. Es soll lediglich motivieren, über alles zu sprechen -auch über die ungeplanten und damit nicht so erfreulichen Situationen-. Denn letztendlich entstehen Streitigkeiten nicht, weil alles gut läuft, sondern weil es nicht so gut läuft oder/ und darüber nicht gesprochen wurde.

Ich rate allen PferdebesitzerInnen, sich einen ausführlichen Fragenkatalog zu überlegen und den mit der Ausbilderin oder dem Ausbilder abzusprechen. Auf der anderen Seite rate ich allen AusbilderInnen, einen Vertrag mit der Pferdebesitzerin oder dem Pferdebesitzer abzuschließen. Dort sollten Standardpunkte der Pferdeausbildung definiert werden und individuelle Punkte je Pferd aufgelistet sein. Unser Ausbildungsvertrag umfaßt insgesamt 13 Seiten. Zugegeben ist der groß geschrieben, ist aber sehr detailliert. 


Treffen Sie sich persönlich mit der Ausbilderin oder dem Ausbilder. Sowieso, wenn Sie das Pferd extern in Ausbildung geben und schauen sich die Haltung und die Anlage an.

Ausbildungsformen

Ich unterscheide zwischen Beritt, Ausbildung von Pferden mit besonderen Bedürfnissen, und Ausbildung von Jungpferden.
Ein Beritt bedeutet, dass die Pferde einen soliden Ausbildungsstandard haben (am Boden und im Sattel). Ziel des Beritts ist die Erhaltung, Verfeinerung oder Spezialisierung. Ich nutze das Wort Beritt mit meinen Kunden nicht, weil es eine Passivform darstellt. Das Pferd ist allerdings ein ganz wichtiger Bestandteil, sodass ich es stattdessen mit Beziehungsförderung benenne. Das Wort Beritt nutze ich hier lediglich in diesem Post, weil es im Sprachgebrauch bekannter ist.

Ausbildung von Pferden mit besonderen Bedürfnissen. Das sind Pferde die allgemeinhin als Problem- oder Korrekturpferde bezeichnet werden. Das Schlimme dabei ist, dass nicht die Pferde schuld sind, dass sie so sind, sondern der Mensch sie dazu gemacht hat. Die Bezeichung Problem- oder Korrekturpferd beinhaltet allerdings, dass die Ursache beim Pferd liegt. Ich bin diesbezüglich so genau, weil mir wichtig ist, dass die Pferdebesitzers dies erkennen. Solche Pferde haben durch falsche Behandlung einen Teil ihrer natürlichen Verhaltensweisen verloren. Pferde sind unglaubliche Überlebenskünstler dank Anpassung. Sie haben also durch das unnatürliche Handling gelernt, für sie unnatürliche Verhaltensweisen anzunehmen um überleben zu können. Ich nenne es auch gerne "Re-Naturalisierung". Hier ist sehr klar die Problematik zu klären und was am Ende der Ausbildung erwartet wird. Eine Zeitangabe zu machen, ist bei solchen Fällen sehr schwer, da das Pferd bestimmt, wann es die unerwünschten Verhaltensweisen ablegen kann.

Ausbildung von Jungpferden. Hier geht es um viel mehr als nur das Einreiten. Alles, was das Pferd vor dem Start unter dem Sattel braucht, um in unserer Welt so komfortabel und natürlich wie möglich zurecht zu kommen, vermittel ich Absetzern und Jungpferden in der Pre-School. Ein sehr entscheidender und leider immernoch unterschätzter Baustein in der Ausbildung eines jungen Pferdes. Denn die Pre-School beeinflusst das Pferd auch, wie es mit zukünftigen Lernsituationen wie z.B. den Start unter dem Sattel umgehen wird. Damit aus Jungpferden keine Pferde mit besonderen Bedürfnissen werden, empfehle ich allen!!! Jungpferdebesitzern, das Pferd in die Vorschule für junge Pferde zu schicken.

Als Ausbilderin möchte ich Ihnen hier ein paar Punkte auflisten, die mir persönlich sehr wichtig sind. Vielleicht helfen diese Punkte Ihnen bei der Auswahl eines Ausbilders.

Meine Prinzipien bei der Ausbildung


  • Ich nehme nie mehr als 2 Ausbildungspferde gleichzeitig. Niemand kann Herausforderungen absehen und selbst ohne Herausforderungen darf eine Ausbildung nicht unter Zeitdruck oder Akkord erfolgen. Eine "Discountermenatlität" lehne ich ab. Das gilt für die Haltung genauso wie für die Ausbildung.
  • Jede Session darf NIE als Trainingssession für das Pferd verstanden werden. 
  • Ziel der Ausbildung ist immer die Partnerschaft zwischen Pferd und BesitzerIn und nicht, was ICH aus dem Pferd rausholen könnte.
  • Jede Form von Hilfszügeln lehne ich strikt ab.
  • Das Pferd bestimmt das Tempo. Das Erreichen des Ziel ist nicht garantiert. Falls es eine zeitliche Verzögerung bezüglich des Übergabetermins gibt, wird diese frühzeitig kommuniziert. 
  • Die BesitzerIn ist angehalten, das Ausbildungsniveau des Pferdes zu erreichen. Ich unterstütze dabei gerne die BesitzerInnen, wie sie das erreichen können und sollten.
  • Ausbildungstagebuch. Ich führe über jedes Pferd ein Tagebuch über jede Session, die wenn möglich nicht nur mit Text, sondern auch mit Bildern und Videos gefüllt wird. Ich nutze geheime Facebook Gruppen, sodass die Besitzer entscheiden können, wer die Kommentare sieht und selbst kommentieren können.
  • Am Ende der Ausbildung gibt es eine Zusammenführung, denn die beste Ausbildung ist nichts wert, wenn die BesitzerInnen dies nicht zu Hause umsetzen können.
  • Eine Ausbildung, die das Pferd mental, emotional oder physisch überfordern würde lehne ich ab. 
  • Aus Sicherheits- und Fairnessgründen geht kein Pferd mit besonderen Bedürfnissen in den Beritt, denn die Problematik ist am Boden zu klären, da hier das Fundament der Ausbildung  des Pferdes bereits am Boden nicht solide ist. Das gilt auch für Herausforderungen im Sattel. 
  • Die Ausbildung muss so natürlich wie möglich sein und vom Pferd einfach verstanden werden, da es nicht Aufgabe des Pferdes ist, unsere Sprache zu verstehen, sondern die BesitzerInnen verstehen müssen, wie Pferde verstanden werden wollen. 
  • Ich nehme kein Pferd in Ausbildung, bei denen BesitzerIn technische Ziele hat. Beispiel: BesitzerIn möchte, dass das Pferd am Zügel steht und nicht über den Zügel. Ich unterstütze gerne, wenn BesitzerIn bereit ist, die Hintergründe zu verstehen und einwilligt, dass es wichtig ist, die Ursache zu ändern und nicht die Symptome. In einer soliden und fundierten Ausbildung gibt es keine Abkürzungen. 
  • Ich verstehe mich als Anwalt für die Pferde und bin gerne bereit als Paartherapeut für eine harmonische Beziehung zu agieren. Das bedeutet, dass die Anforderungen des Pferdes IMMER über denen der BesitzerInnen stehen. Auch ich bin nur ein Mensch und unterliege Fehleinschätzungen. Ich kommuniziere ganz klar, dass jeder Schritt aufgrund meines Wissens, meiner Erfahrung aber dennoch auch meine persönliche und damit subjektiven Einschätzung unterliegt. 
Letztendlich liegt die Herausforderung oft bei den BesitzerInnen, die für meine Ehrlichkeit bereit sein sollten. Das ist mir sehr wichtig, denn ich möchte immer und ohne schlechtes Gefühl in die Augen des Pferdes UND der BesitzerInnen schauen können. Wer bereit ist, diese Einstellung zu teilen, unterstütze ich mit vollem Herzen und Leidenschaft. 

HIER klicken, wer mehr über das Pre-School Programm wissen möchte. 

HIER klicken, um mehr Infos zu Klaudia Duif zu erhalten. 




Montag, 21. August 2017

Jungpferdestart - Viel mehr als nur Einreiten


Bei jungen Pferden wird einem das bewusst, was auch bei älteren Pferden eine Selbstverständlichkeit sein sollte: Es geht nicht um Pferdetraining.
Spielerisches Lernen klingt wirklich toll aber wie kann ich meinem jungen Pferd diese Unbefangenheit des Lernens vermitteln? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Indem wir selbst an unserem eigenen Horsemanship feilen und das mit erwachsenen, bzw. erfahrenen Pferden. Also zunächst von Pferden lernen, bevor wir das Pferd lehren.
Junge Pferde lernen um ein Vielfaches schneller; natürlich auch das, was mir vielleicht nicht möchten, dass sie es lernen. Deshalb ist so wichtig, dass wir die nötige Erfahrung und das Wissen mitbringen, bevor wir versuchen, junge und unerfahrene Pferde auszubilden. 

Eines meiner persönlichen Highlights bei jungen Pferden sind die vielen ersten Male und da ist es umso wichtiger, dass es eine Win-Win Situation für unsere Pferde und für uns gibt. Auch hier gilt dies auch für erwachsene Pferde und ich hoffe und wünsche mir, dass Ihr als Parelli Studentinnen und Studenten genauso süchtig nach den ersten Male mit Euren Pferden seit, wie ich es bin.
Bei jungen Pferden sind diese neuen Erfahrungen für das junge Pferd viel offensichtlicher wie z.B. das erste Mal in den Hänger gehen, das erste Mal ein Pad tragen, das erste Seitwärts, usw. Mit mehr Erfahrung seitens der Pferde und uns werden wir differenzierter: Das erste Mal in den Hänger gehen mit Phase 1 und entspannt im Hänger verbleiben können.
Das erste Mal ein Pad tragen und dabei von rechts satteln. Das Pferd kann stillstehen und entspannt sich beim Gurten.
Das erste Seitwärts auf Abstand mit Takt und Entspannung.
Differenzierter heisst, nicht auf die Aufgabe als solche zu fokussieren, sondern auf die Einstellung unserer Pferde zu der Aufgabe. 
Durch diese Differenzierung können ganz tolle erste Male auch mit unseren erwachsenen, erfahrenen Situationen entstehen.

Im Level 1 und 2 liegt der Fokus mehr auf die Aufgaben, während es ab Level 3 mehr um die Einstellung zu der Aufgabe geht und das nicht nur bei unseren Pferden. Das setzt voraus, dass wir einen Plan haben, das Wissen und die Fertigkeiten haben, diesen Plan umzusetzen und in der Lage sind, die gewünschte Einstellung zu erkennen. Junge Pferde auszubilden ist jenseits von Level 4. Das bedeutet, dass es um die Aufgabe geht UND um die Einstellung der Aufgabe.
Da ein junges Pferd unerfahren ist, ist es um so wichtiger, dass wir die notwendige Erfahrung mitbringen. Auch für den Fall, wenn es vielleicht mal nicht entsprechend Plan verläuft, damit wir eine Alternative anbieten können, ohne unseren Plan zu verlieren und doch wieder mit einer Win-Win Situation enden und unsere Pferde die Session nicht als Training wahrnehmen. 

Es geht um Prinzipien und Konzepte, die hoffentlich nicht erst in dem Moment zum Tragen kommen, wenn wir das erste Mal aufsteigen und das Pferd "einreiten". Spätestens jetzt wird klar, dass es bei Parelli JUNGPFERDESTART und nicht Einreiten heißt. Prinzipien und Konzepte vermitteln wir bereits am Boden und nehmen sie später in den Sattel. Eben viel mehr als nur Einreiten!

Dazu fehlt mir speziell ein Pat Parelli Zitat ein oder besser gesagt zwei Sequenzen aus einem Zitat: "...Prior and Proper Preparation Prevents P-Poor Performance..." und "...Practise does not make Perfect, only Perfect Practise make Perfect...". Wer das ganze Zitat lesen möchte, sollte sich nach den 45 Parelli P's erkundigen. Absolut empfehlenswert.
Diese beiden Stellen sind vor allem mit jungen, bzw. unerfahrenen Pferden unglaublich wichtig: "Eine fundierte Vorbereitung ist alles und sorgt dafür, dass die Ausführung nicht armselig ist" und "Nicht das Üben alleine ist für Perfektion verantwortlich, sondern das korrekte Üben".

Ich hatte mit meinem eigenen jungen Pferd Ludo das unglaubliche Glück, dass er als 1,5 jähriger Absetzer zu uns kam und ich so mir und ihm die Zeit geben konnte, Konzepte und Prinzipien am Boden zu etablieren um ihn so als Reitpferd vorbereiten zu können. Vor einer Woche war es soweit und es sollte sich zeigen, wie fundiert diese Prinzipien und Konzepte bei Ludo etabliert sind, denn Sam Caporn (Lizenzierter 4-Sterne Parelli Instruktor und Horse Development Specialist aus Australien) unterstützte mich beim ersten Ritt und übernahm das erste Aufsteigen und den ersten und zweiten Ritt.
Das erste Aufsteigen für den 3-jährigen Ludo ohne Sattel war traumhaft und auch der erste Ritt und Folgeritte waren harmonisch und für ihn und für ReiterIn keine unangenehme Überraschung.
Und so war der Start als Reitpferd für Ludo einfach eine Fortsetzung der Konzepte und Prinzipien am Boden die nun im Sattel weitergeführt wurden und werden.

Mein ganz bescheidener Wunsch für junge Pferde wäre, dass alle Pferde einen solchen unspektakulären ersten Ritt bekämen und so kann ich allen Jungpferdebesitzerinnen und Jungpferdebesitzern nur empfehlen, sich Hilfe von einer Person zu holen, die dieses erforderliche Wissen, die Erfahrung und Fertigkeiten mitbringt.
Denn ein Jungpferdestart ist nicht irgendetwas, er ist alles!

Montag, 27. Februar 2017

Jungpferdestart. Viel mehr als nur Einreiten!

Die Ausbildung junger Pferde ist einfach etwas ganz Besonderes. Pferde bis zu einem Alter von 2 Jahren lernen sehr schnell. Das sichert nicht zuletzt das Überleben, denn als Fluchttier ist es überlebenswichtig, schnell zu lernen. Das gilt ganz besonders für Fohlen und junge Pferde. 
Auch wenn wir natürlich unseren jungen Pferden nichts Böses wollen, so sind Überlebensstrategien tief verankert. 
Deshalb ist es umso wichtiger,  daß wir Menschen die Bedürfnisse der Pferde verstehen und das Lehren darauf abstimmen. Jedes (junge) Pferd hat sicher ein individuelles Lerntempo und es ist auch wichtig, darauf einzugehen. Genauso wie auf Stärken und Schwächen, die durch die verschiedenen Horsenalities (Pferdepersönlichkeiten) resultieren.
Spätestens jetzt wird klar, warum es wichtig ist, jede Horsenality zu erkennen und Strategien passend zur Horsenality zu kennen.
Junge Pferde nach Parelli Natural Horsemanship auszubilden bedeutet Level 2 On Line und Freestyle auf einem hohen Niveau. Soweit die Theorie. Was aber, wenn die Bedürfnisse eines individuellen Pferdes etwas höher sind, als bei einem "durchschnittlichen" Pferd? Dann kommt die Erfahrung ins' Spiel um solchen Pferden gerecht zu werden.

Pferde auszubilden hat sehr viel mit einem soliden Fundament zu tun (zukünftig für das Pferd und aktuell für den Menschen) und dennoch bereit zu sein, davon abzuweichen (Flexibilität) um zur Kontinuität zurückzukehren. 

Ein junges Pferde bedeutet eine große Verantwortung und in diesem Post meine ich vor allem die hohe Verantwortung im Sinne der Ausbildung. Denn so ein Start ist viel mehr als nur das Einreiten, denn die meiste Zeit verbringen wir bei unseren Pferde mehrheitlich nicht mit dem Reiten, sondern mit alltäglichen Dingen rund um das Pferd wie z.B. Hufe auskratzen, Putzen, Halftern, Anbinden, usw. Aber natürlich geht es auch um das Reiten. Dafür werden die Pferde bei einem Parelli Jungpferdestart am Boden vorbereitet, damit alle Anforderungen später im Sattel letztendlich "nur ein Ortswechsel vom Boden in den Sattel" bedeuten - oder anders gesagt, dass es für das Pferd keine Unterschied macht, aus welcher Position wir kommunizieren.

Wer also mit dem Gedanken spielt, ein junges oder unerfahrenes Pferd anzuschaffen, sollte sich über diese Verantwortung im Sinne der Ausbildung im Klaren sein und sich selbst fragen:

Will und kann ich mein Pferd selber ausbilden und habe ich dazu die Zeit, das Wissen, die Erfahrung und die Möglichkeiten, die eine solche Ausbildung mitsichbringt, damit es auch für beide Seiten eine erfolgreiche Zukunft gibt? Denn alles geht gut, solange alles gut geht.
Wenn mein Pferd vielleicht doch höhere Anforderungen an die Ausbildung stellt, als vermutet, kann ich das meinem Pferd bieten?


Vielleicht ist die Überlegung dann doch nicht so abwegig, ein erwachsenes und erfahreneres Tier zuzulegen. Ein Jungpferdestart ist eine spannende Sache und ich möchte jede Erfahrung mit jungen Pferden, die ich gemacht habe nicht missen. Es gibt so viele wunderbare "das erste Mal". Das ist sicher sehr erfüllend, dennoch läuft eben wie bei jeder Lernsituation oder Beziehung generell nicht immer alles glatt. Bin ich dafür vorbereitet und bringe nicht nur das Wissen, sondern auch die Ruhe und Geduld und nicht zuletzt die physische Fitness mit?

Ich möchte auf keinen Fall hiermit abraten, ein junges Pferd sich zuzulegen, dennoch empfehle ich, das Pferd von Anfang an in erfahrene und vertrauensvolle Hände zu legen, denn wie gesagt, junge Pferde lernen schnell; auch das, war wir nicht möchten.
Dadurch entstehen Lücken in unserem Beziehungsvertrag. Solche Lücken zu füllen oder zu löschen ist immer aufwendiger als von Anfang eine Beziehung partnerschaftlich aufzubauen; basiert auf Bindung, Respekt, Impulsion und Flexion. Und wer möchte bereits bei einer so frischen Beziehung bereits Lücken haben?

Deshalb mein Tipp: Gib Dein junges Pferd in Hände, die das WISSEN, die ERFAHRUNG und die FERTIGKEITEN haben, junge Pferde auszubilden, so dass Du und Dein Pferd eine partnerschaftliche, gemeinsame Zukunft haben und das nicht erst, wenn die ersten Zweifel oder Lücken in der Beziehung auftauchen.

Wer mehr zu diesem spannenden Thema "Jungpferdestart" wissen möchte, der ist bei unserem Infoseminar am 19.03. willkommen. Infos und Anmeldung HIER.
Denn im August findet ein Jungpferdestart gemeinsam mit David Zuend statt. Er ist 4-Sterne Parelli Instruktor und Horse Development Specialist. Er hat ein wahnsinnig gutes Händchen und feinen Draht für junge Pferde!
Mehr Infos zu Jungpferdestart im August HIER.

Dennoch hier ein kleines Video von meinem Jungpferd "Ludo". Er ist ein fast 3-jähriger Trakehner (Lauries Crusador XX - Gribaldi). Es zeigt ihn mit einem unserer erwachsenen Pferde (Laurina) beim einem weiteren ersten Mal: Ponying.