Dienstag, 6. März 2018

Was ist Dir wirklich wichtig und wie Deine Einstellung die Deines Pferdes beeinflußt von Klaudia Duif

Der Titel klingt ein bisschen provokativ und so ist es auch gemeint. Dieser Post soll Euch helfen, die Partnerschaft mit Euren Pferden auf ein neues Niveau zu bringen und zwar ein Niveau, dass tiefgreifend und nachhaltig ist.

Beziehungsarbeit hört nie auf und so kann auch die Beziehung zu Deinem Pferd wachsen. Ich mag das Wort Beziehungsarbeit überhaupt nicht und irgendwie ist es ein bisschen widersprüchlich zu der Idee, die Beziehung zu unseren Pferden positiv zu formen. Wer mich und meinen Unterricht bzw. Kurse kennt, weiß, dass ich Beziehungsarbeit durch Beziehungsförderung ersetze.
Dieser Post gibt Dir einen neuen Baustein im Sinne von Beziehungsförderung.

Ich bin überzeugt, dass Du eine super Einstellung hast und Du anstrebst, eine parternschaftliche Beziehung mit Deinem Pferd zu entwickeln und/ oder sie schon hast.

Was ich hier beschreibe ist ideal für alle, die bereits Horsemanship Grundkenntnisse haben. Für Horsemanship Anfänger ist dieser Post dennoch interresant, weil er zeigt, dass solides Horsemanship viel mehr als nur "Knotenhalfter, Seil schütteln, bridleless bareback Reiten ist". Man entschuldige bitte meinen Zynismus.

Deine Einstellung ist entscheidend. Denn diese Einstellung vermittelst Du Deinem Pferd. Auch was Dir wichtig oder unwichtig ist. Immer wieder stelle ich bei Kursen oder Unterricht fest, dass vielen Zweibeiner nicht bewußt ist, welche tiefgreifende, persönliche Einstellung sie ihren Pferden vermitteln, meist unbewußt.

Damit das Ganze etwas deutlicher wird, nehme ich das Beispiel des Parelli Musters "Touch-it" oder "Berühre-es" mit einem Podest/ Brücke, welches Bonadea und ich heute gespielt haben. Bonadea ist eine junge zweijährige Stute, die gerade durch das Pre-School Programm (Vorschule für junge Pferde) des Horsemanshipcenter auch die Herausforderungen der Welt kennenlernt, in und mit der sie leben wird: Unsere Welt, also die der Menschen.

Hast Du Dir einmal überlegt, welche der sieben Spiele in diesem Muster enthalten sind? Das ist gar nicht so unwichtig, denn jedes der sieben Spiele hat für unsere Pferde eine tiefe Bedeutung. Die sieben Spiele helfen uns und unseren Pferden, Stärken zu fördern und Herausforderungen zu überwinden. Das gilt im besten Fall nicht nur für unsere Pferde.

Überleg' Dir also kurz, welche Spiele beim Touch-it enthalten sind, bevor Du weiterliest.

Beim Beispiel der jungen Stute Bonadea waren das heute die Spiele 1-3: Friendly Game, Porcupine Game und Driving Game. Ich empfehle an diesem Punkt, die Bedeutung der sieben Spiele (nochmals) nachzulesen.

Jetzt kommt eine ebenso wichtige und die entscheidene Frage bezüglich Überschrift dieses Posts.

Wann mache ich eine Pause und wie lange gestalte ich diese? Oder anders gesagt, wann Du die Pause gestaltest, sagt etwas über Deine Einstellung aus und Dein Pferd wird diese zwangsläufig annehmen, das ist der Natur der Pferde geschuldet.
Überlege Dir, wann Du die Pause machen würdest und wie lange bevor Du weiterliest.

Es gibt hier kein richtig oder falsch. Die Fragen, die Du Dir stellen solltest, zeigen einfach, ob Du einen Plan hast oder nicht. Das betrifft eben nicht nur die Aufgabe, sondern auch noch mehr Faktoren wie die Pause selbst, die Art und die Dauer der Pause.

Unterscheide ich Variationen von Pausen? JA!!! Ein ganz wichtiger Punkt und der Wichtigste überhaupt in diesem Beispiel des Touch-it mit Bonadea, denn es gibt KLEINE PAUSEN für das Erreichen von kleinen Herausforderungen und lange Pausen für das Erreichen von großen Herausforderungen. Ich bediene mich hier eines Ausdrucks von einer geschätzen Kollegin: Silke Vallentin: Eine lange Pause ist im Fall von Bonadea ein JACKPOT. Es gibt für mich sogar eine Steigerung dieses Jackpots: den JACKPOT BOOSTER. Eine noch längere Pause als der Jackpot.

Ich muss mir also vorher! überlegen, wie ich die positive Antwort meines Pferdes einschätze: kleine Pause, Jackpot oder Jackpot Booster.

Jetzt kommt die Denksport Aufgabe für Dich. Wie definierst Du in diesem Fall die 3 unterschiedlichen Pausen:


  1. Kleine Pause
  2. Jackpot
  3. Jackpot Booster
Die Antwort ist ganz einfach: Das hängt vom Pferd ab und wird vom Pferd bestimmt. Sorry, ich weiß, so einfach ist das nicht. Denkt doch einmal an die junge und unerfahrene Stute Bonadea aus diesem Beispiel, auch wenn Du das Pferd nicht kennst. Du hast nun die 3 unterschiedlichen Pausen und damit Pausensteigerungen. Welche positive Antwort würdest Du wie bestätigen? Denn das ist der Punkt der eigenen Einstellung. Spätestens in dem Pausenbeispiel vermittelt und lehrst Du somit Deine Einstellung dem Pferd und wie es in Zukunft auf Herausforderungen reagieren wird.

Mach' eine kurze Pause bevor Du weiterlest und überlege Dir die Antworten der jungen Dame Bonadea und wie Du ihre positiven Antworten zuordnen wirst (Kleine Pause, Jackpot und Jackpot Booster). 

Wie gesagt, es gibt kein "Falsch" oder "Richtig".
Wie habe ich in der Session mit Bonadea ihre positiven Antworten zugeordnet?

OK. Hier mein Fokus für Bonadea:

Kleine Pause. Immer, wenn Bonadea sich mit dem Objekt (Podest/ Holzbrücke) auseinandergesetzt hat. Das war zunächst die Nase und im Laufe der Session waren es die Vorderhufe. Später in der Session, wenn Bonadea das Objekt überquert hat. Darauf stehen war für sie eine größere Herausforderung. Immer dann gab es eine kleine Pause, wenn sie mir nach der Überquerung eine Frage stellte und ich ihre Zone 4 nicht verschieben mußte, damit sie die Lösung bei mir sucht. 

Jackpot. Der Moment, wo Bonadea mit den Vorderhufen auf dem Podest stehen konnte. 
Gibt es dazu eine Steigerung? Denn der Jackpot Booster wäre ja dazu die Steigerung. Ja klar:

Jackpot Booster. Der Moment, wo Bonadea auf dem Podest steht UND DABEI ENTSPANNUNG FINDET. 

Diese beiden Bilder unterstreichen nochmal deutlicher, was für mich und Bonadea ein Jackpot, bzw. ein Jackpot Booster sind. Beide Bilder wurden zur gleichen Zeit aufgenommen. Es dauerte also nicht lange, bis Bonadea eine noch tiefere Entspannung verglichen zum Jackpot Bild finden konnte. Überlege Dir, was Zeichen von Entspannung sind, wenn das ein Fokus für den Jackpot Booster ist. 

JACKPOT

JACKPOT BOOSTER


Die, die mich und meinen Unterricht kennen, wissen, dass das ein ganz wichtiger Baustein ist. Auch bei Ausbildungspferden und bei meinen eigenen Pferden. 
Entspannung und Losgelassenheit innerhalb der Aufgabe. 

Es ist also nicht die Aufgabe das Ziel, sondern was die Aufgabe für das Pferd bedeutet. 
Das ist meine Einstellung und genau das ist es, was ich vermitteln möchte -egal ob Vier- oder Zweibeiner-. 

Überlege Dir also gut, ob Du die Aufgabe bestätigst oder was die Aufgabe für Dein Pferd bedeutet, denn das reflektiert Deine Einstellung. Welche Antwort Deines Pferdes ordnest Du welcher Pause zu und vergiß nicht, dass die Intensität der Pause und damit die Dauer ein ganz wichtiger Faktor ist!

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Spaß bei der Umsetzung der sieben Parelli Spiele und Parelli Muster und freue mich auf Dein Feedback hier auf dem Blog oder auf Facebook.

HIER gibt es mehr Infos zum Pre-School Programm.

HIER gibt es mehr Infos zum Horsemanshipcenter inklusive Kursprogramm. 

HIER gibt es mehr Infos zu Klaudia Duif auf ihrer Webseite und HIER auf Facebook.