Montag, 27. Februar 2017

Eine LBE Horsenality mit schlechter Laune?

Alle, die mich kennen oder bereits Unterricht von mir hatten wissen, dass ich gerne erinnere, das Thema Horsenalities nicht dazu zu benutzen, Pferde in Schubladen zu stecken oder als Ausrede hinzu zu ziehen, wenn etwas nicht oder schwierig geht, bzw. eine Obession daraus zu machen.
Das passiert übrigens schneller als man denkt und ist mir auch schon passiert.

Ich vergesse nie einen Kurs mit Sam Caporn (4-Sterne Parelli Instruktor aus Australien) an dem ich assistierte. Es ging um eine Situation an dem die Studentin sich aufgrund des schnellen hin und her wechseln der Horsenality ihres Pferdes überfordert fühlte. Darauf hin fragte Sam die Studentin: "Verhält Dein Pferd sich partnerschaftlich?". Eine einfache Frage mit großer Wirkung, denn die Studentin verneinte die Frage und so konnte sie gemeinsam mit Sam die Situation einfacher einschätzen und Strategien finden.
Wann immer wir uns in diesem Thema Horsenalities verlieren, kann es helfen, sich diese Frage zu stellen oder auch, wenn wir nicht sicher sind, welche Horsenality mein Pferd hat oder gerade zeigt.

Das heißt nicht, dass das Erkennen von Horsenalities nicht wertvoll ist inkl. der Strategien per Horsenality. Einen Schritt Abstand zu nehmen kann jedoch helfen, zunächst auf das Fundament im Sinne von partnerschaftlichen Verhalten zu erkennen (ja oder nein) bevor wir uns die Frage der Horsenality stellen, die mind. 4 Antworten haben könnte (LBE, LBI, RBE, RBI und deren Kombinationen).

Meine kleine Superstute "Estrela" ist inzwischen eine sehr zentrierte Horsenality mit Tendenzen zu LBE. Entsprechend ihrem Niveau (Level 5) ist es wichtig, sie nicht zu langweilen und sie ist SCHNELL gelangweilt. Sie hat Tendenzen die Ohren anzulegen. Vor allem am Boden und mit mir in Zone 1.
Mir ist klar, was hier passiert ist und ich bin sicher, dass sich viele LeserInnen hier finden.
Ich habe sie am Boden gelangweilt und nur weil es ein LBE ist, heißt das nicht, dass wir wilde Spiele auspacken müssen. Das mag' bei einem unerfahrenen oder/ und temperamentvollen LBE funktionieren, bei einem erfahrenen, zentrierten LBE auf dem Niveau sind die Ansprüche an das andere Ende vom Seil schon höher!

Seit ca. 2 Wochen ist Estrela ein anderes Pferd. Natürlich habe ich meine Strategien angepaßt, es war aber immernoch nicht das Highlight und sie blieb griesgrämig. Ihre Ausdruck machte so richtig keinen Sinn und nebst den Ohren zog sie die Nüstern hoch. Sie war nie ein Pferd welches sich besonders gerne anfassen läßt, es sei denn sie ist rossig. Letztendlich deuteten die ganzen Signale allerdings weniger auf eine Horsenality Herausforderung hin als auf ein gesundheitliches Problem. Aufgrund ihrer früheren Haltung hat Estrela immer mal wieder schlechte Leberwerte, die wir dank Futterumstellung, Photonic Redlight und hömeopathischen Mitteln ganz gut in den Griff bekommen haben, aber eben noch nicht optimal obwohl vom Tierarzt gute Werte diagnostiziert wurden.

Wenn Du also bei Deinem Pferd bezüglich Horsenality in eine Sackgasse gerätst,  können Dir vielleicht die folgenden Fragen helfen:
  • Verhält sich Dein Pferd partnerschaftlich und wenn nicht, wie hilfst Du Deinem Pferd sich partnerschaftlich zu verhalten?
  • Ist Deine Strategie erfolgreich oder hast einmal eine andere (Horsenality) Strategie probiert?
  • Bist Du progressiv oder langweilst Du Dein Pferd?
  • Hast Du einen Plan und bist Du bereit davon abzuweichen um zu Deinem Plan zurückzukehren?
  • Entspricht Dein Spiel dem Niveau des Pferdes oder unter- bzw. überforderst Du es?
  • Hast Du gesundheitliche Aspekte abgeklärt?

Weitere Anpassung schienen im Fall von meiner Superstute Estrela endlich die erhofften Ergebnisse erzielen und Bilder, bzw. Filme zeigen mehr als 1000 Worte: Ein Traumausdruck aus verschiedenen Zonen.
 

Nach der Session:

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